Nikolaus-Feier

„HO, HO, HO!“ steht auf Manuels T-Shirt und daneben grinst ein dicker Weihnachtsmann mit weißem Bart. Ich grinse zurück. In Weihnachtstimmung bin ich bisher noch nicht so richtig. Es sind 12°C draußen und an manchen Bäumen sind sogar noch grüne Blätter. Es fühlt sich einfach nicht an, als ob bald Weihnachten wäre. Da helfen auch Schoko-Weihnachtsmänner und Whams „Last Christmas“ im Radio nicht.

Die ersten Gäste kommen und wir sind noch nicht fertig mit dem Schmücken des Raums. Ich bekomme einen kleinen Herzinfakt. Wo sind eigentlich die Weihnachtsservietten? Die Tür fliegt auf und Cynthia kommt herein, bepackt mit 8 kg Zutaten für den Glühwein. HO, HO, HO! Die Feier kann beginnen. Nils begrüßt die Gäste. Caglar und Manuel schenken Tee aus, während Cynthia und Steffi den Glühwein vorbereiten. Einige Gäste helfen noch die letzten Lichterketten aufzuhängen und Mandarinen auf die Tische zu verteilen.

Der Raum füllt sich, über 30 Leute sind da. Wow! Eine Gruppe sticht die ersten Plätzchen aus, eine andere mischt die Zutaten für den nächsten Teig zusammen. Als die ersten Plätzchen im Ofen sind, gibt es selbstgemachten Glühwein. Der Raum duftet nach Zimt und Orangen. Danach verzieren wir die Plätzchen mit Farben, flüssiger Schokolade und Nüssen. Manche Kekse sind richtige kleine Kunstwerke geworden. Ich beiße in einen Fernsehturm mit Schokoladenantenne.

Plötzlich klopft es so laut, dass alle zusammenschrecken. KLOPF, KLOPF, KLOPF! Etwas schiebt sich durch die Tür – ein dicker Bauch – ein roter Mantel – ein weißer Bart: der Nikolaus mit Sack und Rute! Ob wir auch alle brav waren, will er wissen. Aber das allein genügt nicht für ein Geschenk. Er will auch etwas hören. Wir singen „Oh Tannenbaum“, „Jingle Bells“, polnische, russische und türkische Lieder. Außerdem werden „Die Weihnachtsmaus“ und andere Weihnachtsgedichte vorgetragen. Dafür gibt es dann Geschenke aus dem Sack und keiner muss leerausgehen.

Wir sitzen noch eine Weile zusammen, trinken Glühwein und essen Plätzchen. Dann beginnt sich der Raum allmählich zu leeren. Ein paar Gäste helfen uns beim Aufräumen. Es war ein schöner Abend. Auf dem Weg nach Hause erwische ich mich dabei, wie ich ein Weihnachtslied summe. Und da wird mir klar: Bald ist Weihnachten…

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